Für alle Mütter drei Jahre Kindererziehungszeiten

Bei der diesjährigen Herbstmitgliederversammlung der GdS Oberbayern in der Erkerbar des Münchner Hofbräuhauses konnte der Bezirksverband diesmal den Leiter der GdS-Geschäftsstelle Süd, Manuel Rose, als Referent begrüßen. Rose berichtete den anwesenden Mitgliedern über den Ausgang der Personalratswahlen in diesem Jahr in Bayern und über die Vorbereitung der Sozialwahlen im kommenden Jahr. Dabei zeigte sich Manuel Rose sehr erfreut, dass die GdS, nach der Vorlage von über 2.000 Unterstützerunterschriften bayernweit, erstmals für den Verwaltungsrat der AOK Bayern kandidieren kann. Ferner berichtete er über die Erfolge der GdS an den verschiedenen Tariftischen. Er erwähnte hier besonders, dass Auszubildende, die ihre Ausbildung im Bereich der Rentenversicherung erfolgreich beenden, künftig eine Prämie in Höhe von 400 Euro erhalten. „Dies ist“, so Rose, „ein sehr erfreuliches Ergebnis der Tarifverhandlungen in der Rentenversicherung gewesen.“

Manuel Rose berichtete über die Personalratswahlen in diesem Jahr.
Manuel Rose berichtete über die Personalratswahlen in diesem Jahr.

Der oberbayerische GdS-Vorsitzende, Michael Schmatz, berichtete den Mitgliedern über neue Gesetze, die am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Er erwähnte dabei die „Flexi-Rente“, die von der großen Koalition in Berlin, elf Monate vor der nächsten Bundestagswahl auf dem Weg gebracht wurde, „was normalerweise ungewöhnlich ist, weil der Wahlkampf bereits begonnen hat“, so Schmatz. Mit der „Flexi-Rente“ können Betroffene, vor Erreichen der Regelaltersgrenze, eine Teilzeitarbeit durch eine Teilrente ergänzen.

Außerdem forderte der GdS-Bezirksvorsitzende, dass Mütter, die Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren haben, auch drei Jahre und nicht wie bisher zwei Jahre als Kindererziehungszeiten bei ihrer Rente angerechnet bekommen. „Hier geht es um Gerechtigkeit. Die Politik muss schnell handeln und die Ungerechtigkeit beseitigen, weil diese Mütter bereits Rente beziehen.“ Schmatz versteht nicht, warum sich Teile der großen Koalition hier sträuben.

Was die gesetzliche Krankenversicherung benötigen wir wieder eine paritätische Finanzierung. Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung müssen zu gleichen Teilen von der Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden. „Es kann nicht sein“, so Schmatz, „dass für künftige Beitragserhöhungen alleine die Beschäftigten aufkommen müssen.“

Michael Schmatz erwähnte auch die Änderungen bei der Pflegeversicherung, die ab dem Jahreswechsel 2016/2017 gelten. Künftig sollen Menschen mit Demenz einen besseren Zugang als bisher zur Pflege erhalten. Aus drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade. Das Begutachtungssystem wird ab 1. Januar 2017 umgestellt. War bei der Begutachtung bisher entscheidend, wie mobil ein Mensch noch ist, geht es künftig darum, wie selbstständig jemand noch ist und ob er auf Unterstützung angewiesen ist. Das Zählen von Minuten bei der Begutachtung entfällt ab dem Jahreswechsel.

Anlässlich der Versammlung wurden langjährige Mitglieder der GdS geehrt:

25 Jahre: Barbara De Wever, Petra Föhr, Elke Gehl, Hannelore Machart, Katrin Newiger, Brigitte Pilz und Andreas Röslmaier

40 Jahre: Ewald Dietz, Josef Kress-del Bondio, Hans –Jürgen Kuhn und Alois-Hans Pinggera

50 Jahre: Ulrich Aust, Georg Hodolitsch und Gerhard Wolf

60 Jahre: Theo Nieder, Hans-Dieter Rantke, Hermann Reichart und Hartmut Walther

Nicht alle Jubilare konnten bei der Mitgliederversammlung anwesend sein.

Es wurden langjährige Mitglieder geehrt.
Es wurden langjährige Mitglieder geehrt.

Bild & Text: Michael Schmatz

 

„Wer später stirbt, ist länger arm – droht Bayern ein Rentenproblem“

Der Kreisverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Ammer-Lech und der DGB Kreisverband Weilheim-Garmisch luden unter dem Motto „Wer später stirbt, ist länger arm – droht Bayern ein Rentenproblem?“ zu einer Informationsveranstaltung in das Regionalzentrum St. Anna nach Weilheim ein. Als Referenten konnten beide Veranstalter den Abteilungsleiter Sozial- und Arbeitsmarktpolitik des DGB Bayern, David Schmitt, gewinnen.

Immer mehr Menschen droht im Alter der soziale Abstieg oder Armut. Das ist kein gesellschaftliches Randphänomen, sondern betrifft Menschen aus allen Berufsgruppen, Branchen und insbesondere die jüngere Generation. Denn wenn nichts geändert wird, kann die gesetzliche Rente bis 2030 auf 43 Prozent sinken.

Die Altersarmut in Bayern nimmt zu.
Die Altersarmut in Bayern nimmt zu.

Da der Sinkflug der gesetzlichen Rente eine politische Entscheidung war, kann die Politik den Sinkflug auch stoppen und umsteuern. Denn: Eine Abkehr vom ständig geringer werdenden Rentenniveau ist längst überfällig. Rente muss für ein gutes Leben reichen!

David Schmitt stellte fest, dass die „Alters-Armut in Bayern beständig wächst.“ Über 1,7 Millionen Menschen sind in Bayern arm oder von Armut bedroht. Über 21 Prozent der ab 65-Jährigen sind in Bayern von Armut bedroht. „Bei den Rentnerinnen und Rentnern“, so Schmitt, „sind es bereits über 25 Prozent.“ Trotz des Mindestlohns gibt es auch in Bayern Niedriglöhne, die keine Familie ernähren und perspektivisch zu noch mehr Altersarmut führen. Wir haben im Freistaat Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV), was kaum für den Lebensunterhalt reicht.

David Schmitt forderte Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente.
David Schmitt forderte Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente.

Die Ursachen für die Altersarmut sind:

-Niedriglohn
-Atypische Beschäftigung
-Brüchige Erwerbsbiografien
-Brüchige Übergänge in Rente
-Stigmatisierung Älterer am Arbeitsmarkt
-Langzeitarbeitslosigkeit trotz guter Konjunktur nahezu konstant

Atypische Beschäftigungsverhältnisse nehmen Bezug auf das sogenannte „Normalarbeitsverhältnis“.

Dieses hat folgende Kriterien:

-Vollzeittätigkeit mit entsprechendem Einkommen
-Integration in die sozialen Sicherungssystem
-Unbefristet-dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis

Sogenannte „atypische Beschäftigungsformen“ sind: Teilzeit, geringfügige Beschäftigung, Befristungen, Leiharbeit, Werkverträge und Scheinselbstständigkeit.

David Schmitt vom DGB Bayern forderte bei diesem Infoabend „einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.“ Außerdem die Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus und langfristig eine deutliche Erhöhung des Rentenniveaus. Außerdem forderte Schmitt Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente und der Betriebsrenten.

Der Kreisvorsitzende der KAB Ammer-Lech, Michael Schmatz, sprach sich dafür aus, dass Mütter, auch für Kinder, die vor dem 1. Januar 1992 geboren wurden, drei statt bisher zwei Kindererziehungsjahre bei ihrer Rente berücksichtigt bekommen. „Hier muss die Politik“, so Schmatz, „noch vor der Bundestagswahl im nächsten Jahr schnell handeln.“ Schmatz versteht nicht, dass Teile der Großen Koalition in Berlin damit ein Problem haben.

Was das Thema „Scheinselbstständigkeit“ betrifft, sprach sich der Kreisvorsitzende dafür aus eine Beweislastumkehr einzuführen. Heute müssen die Sozialversicherungsträger beweisen, dass jemand abhängig beschäftigt ist. Nach einer Beweislastumkehr muss der Selbstständige darstellen, dass er nicht abhängig beschäftigt ist.

Bild & Text: Michael Schmatz

Mit Spende neue Zeitmessanlage gekauft

Der 1. Vorstand des Penzberger Ski-Clubs, Florian Heumann, bedankte sich bei allen Mitgliedern und Außenstehenden für die Unterstützung im vergangenen Jahr. „Ein besonderer Dank geht dabei an den Arbeiterjugendpflegeverein“, so Heumann, „durch dessen Spende eine neue Zeitmessanlage für die jungen Rennläufer angeschafft werden konnte.“ Heumann lobte auch die Aktion „Weihnachtstand“ am Penzberger Christkindlmarkt im vergangenen Jahr. Die Einnahmen aus den verkauften Speisen und Getränken kamen auch der Jugend des Ski-Clubs in Form eines mehrtägigen Slalom- und Riesenslalom-Trainings unter professioneller Anleitung zu Gute.

Nach zwei Jahren standen diesmal wieder Vorstandswahlen auf dem Programm. Bei der Wahl der neuen Vorstandschaft wurden Florian Heumann als 1. Vorstand, Mike Ebel als 2. Vorstand, Gebhard Brennauer als Kassier, Thomas Koitsch als Sportwart, Markus Schneider als Jugendwart, Michael Futterknecht als Hüttenreferent, Thilo Vorreiter als Beisitzer sowie die beiden Revisoren Klaus Edenharter und Michael Seemann in ihren Ämtern jeweils einstimmig bestätigt. Für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Hans Kapsberger und Hans Haimerl wurden – ebenfalls einstimmig – Elke Härtinger als Schriftführerin und Alois Eichner als Seniorenwart gewählt. Lukas Schneider übernimmt den neu geschaffenen Posten des Jugendvertreters. Thilo Vorreiter wird in seiner Rolle als Jugendtrainer von Robert Koitsch und Florian Härtinger unterstützt.

Der Skiclub hat aktuell 444 Mitglieder. Im Jahr 2016 konnte der Verein 17 neue Mitglieder begrüßen. Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden heuer zwölf Persönlichkeiten vom Vorstand geehrt.

Die geehrte Mitglieder und Vorstände des Ski-Clubs Penzberg.
Die geehrten Mitglieder und der Vorstand des Ski-Clubs Penzberg.

Nachfolgend finden Sie die Namen der diesjährigen Jubilare:

65 Jahre

Dieter Conrad, Günther Kalus

60 Jahre

Martha Kreuzer, Franz Ziegler

50 Jahre

Dr. Josef Fischer, Manfred Mechold, Helmut Swoboda

40 Jahre

Ilse Härtl, Martin Härtl

25 Jahre

Thomas Hiry, Werner Resenberger, Alexandra Swoboda

Bild & Text: Michael Schmatz

Alle sollen im Glauben bestärkt werden

Am vergangenen Wochenende besuchte der Generalvikar, Harald Heinrich, im Auftrag des Bischofs der Diözese Augsburg, Dr. Konrad Zdarsa, die Pfarrei Christkönig in Penzberg. Der Generalvikar ist in einem Bistum der Stellvertreter des Bischofs und leitet die Verwaltung. Der Besuch begann am Freitag mit einem Abendlob und endete am Sonntagvormittag mit einem Festgottesdienst zum Kirchweihfest. Anschließend fand im Barbara-Saal ein Stehempfang statt. Es bestand für alle Gottesdienstbesucher die Möglichkeit mit dem Generalvikar ins Gespräch zu kommen.

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Generalvikar Harald Heinrich im Gespräch mit den Gottesdienstbesuchern.

Die Visitation einer Pfarrei durch den Bischof eines Bistums oder eines Stellvertreters hat schon eine lange Tradition, die im Bistum Augsburg über 1000 Jahre alt ist. Der Besuch des Bischofs ist bis heute eine wichtige Aufgabe, die auf ihn zu kommt. Da geht es zunächst um die Stärkung und Ermutigung des Glaubens. Das bedeutet, dass sich die Christen wieder auf die Grundlagen des katholischen Glaubens besinnen sollen. Das soll dort geschehen, wo sich die Gläubigen täglich aufhalten. Das ist die Familie, bei Kindern und Jugendlichen die Schule und der Arbeitsplatz, bei denen die berufstätig sind.

Zusätzlich geht es um den Einsatz, der Priester und Diakone, der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie auch der vielen Frauen und Männer die ehrenamtlich, z. B. im Pfarrgemeinderat, in der Kirchenverwaltung oder in katholischen Verbänden tätig sind. Zu den Verbänden gehören in der Pfarrei Christkönig die Seniorenarbeit, die Kolpingfamilie, die Katholische Arbeitnehmer Bewegung, die DJK für den Fußball und die Partnergemeinde von Mae Luisa in Brasilien.

Da das Bistum Augsburg aus rund 1.000 Pfarreien und 23 Dekanaten besteht, ist es dem Diözesanbischof, Dr. Konrad Zdarsa, alleine nicht möglich, von 2015 bis 2019, alle zu besuchen, deshalb sendet er Vertreter, die dies in seinem Auftrag vorzunehmen. Im Dekanat Benediktbeuern, zu dem auch Penzberg gehört, war in diesem Jahr Generalvikar Harald Heinrich unterwegs, zuletzt in Bad Heilbrunn. Die Pfarrei Christkönig in Penzberg bildete am vergangenen Wochenende den Abschluss der Besuche im Dekanat.

Bild & Text: Michael Schmatz

Jede gute Pflegekraft wird in Deutschland mit dem Taxi abgeholt

Unter dem Motto „Gute Pflege – eine Frage der Einstellung?“ lud der DGB Kreisverband Weilheim-Garmisch den bekannten Sozialarbeiter und Buchautor, Claus Fussek, nach Penzberg ein. Im Mittelpunkt standen die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Pflegeheimen. Unter den Besuchern der Veranstaltung waren auch zahlreiche Personen, die in der Pflege arbeiten.

Fussek ist im Münchner ambulanten Beratungs- und Pflegedienst „Vereinigung Integrationsförderung“ tätig. Er kritisiert das derzeitige Pflegesystem. Jeder wird früher oder später mit dem Thema betraut sein. „Es ist niemand in diesen Beruf gegangen“, so Fussek, „um im Akkord zu arbeiten.“ Immer wieder wird berichtet, dass das Geld für die Pflege fehlt. Viele treten in den Medien auf und fordern von den verantwortlichen Politikern, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, mehr für die Pflege zu tun. Für die Pflege ist zu wenig Geld da. Alle Pflegeheime bekommen den gleichen Pflegesatz. „Es gibt keine Ausreden mehr – menschenwürdige Pflege ist schon jetzt machbar und bezahlbar“, so Fussek.

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Viele wissen Bescheid und unternehmen nichts.

Er berichtete an diesem Abend über negative und positive Beispiele, denn „es geht selbstverständlich auch anders“. Verantwortlich in den Pflegeeinrichtungen sind die Pflegekräfte, aber auch die Ärzte, die dort ihre Patienten betreuen. Alle Probleme in der Pflege sind hausgemacht. Claus Fussek geht seit vielen Jahren mit einem „Forderungskatalog auf Tournee“. Fussek forderte alle Beteiligten auf, z. B. die Angehörigen, Pflegekräfte, Lokalpolitiker und Pfarrer, die diese Einrichtungen ständig nicht ankündigt besuchen, „nicht mehr zu schweigen.“ Besucher sind ein „Frühwarnsystem“. Nur wer als Angehöriger regelmäßig kommt, sieht etwas. „Viele wissen Bescheid und unternehmen aber nichts.“

Bei diesem Infoabend war auch die erste Bürgermeisterin der Stadt Penzberg, Elke Zehetner, anwesend. Sie bat alle, wie bei der Flüchtlingshilfe, als Ehrenamtliche aktiv zu werden und in die Senioreneinrichtungen unserer Stadt zu gehen. Claus Fussek schlug vor, als Lesepaten die Pflegeheime zu besuchen um beispielsweise aus der Zeitung vorzulesen.

Er berichtete von einer Dame, die in München in einem Pflegeheim lebt und 99 Jahre alt ist. Sie ist fast bettlägerig und nur deshalb, weil niemand mit ihr spazieren geht. Das Pflegepersonal will, dass alle Bewohner bereits um 18:00 Uhr ins Bett gehen. Schließlich muss die Station um 18:00 Uhr an die Nachtwache übergeben werden. „Wer will schon um 18:00 Uhr ins Bett gehen? Wieso kann das sein?“, so Fussek. Es ist niemand da, der sich um die Dame kümmert. „In guten Pflegeheimen liegen nur die um 18:00 Uhr im Bett, die krank sind.“ Sind in einem Seniorenheim viele mit einem Rollator unterwegs, ist das gutes Zeichen. Schlechte Einrichtungen erkennt man als Außenstehender daran, wenn das Blumenwasser im Zimmer bereits stinkt. Manchmal ist die Mund- und Zahnpflege „auch ein Fremdwort.“ In solchen Einrichtungen sind die Pflegekräfte bereits ausgebrannt.

Oftmals werden Auszubildende in Pflegeheimen alleine schon für Nachtwachen eingeteilt. Es gibt keine Supervision. Obwohl die Pflegeschule das weiß, wird es geduldet. „Das ist der blanke Wahnsinn“, so Fussek. Die Verantwortung tragen hier die Pflegeschule und die Pflegeeinrichtung. Heimleiter dürfen sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen. In guten Heimen werden Auszubildenden gehegt und gepflegt, wenn sie ihre Ausbildung beendet haben. Bei der Abschlussfeier sind die Chefs da.

Claus Fussek warnte die Besucher, gute Pflegekräfte vor den anderen Kollegen zu loben. „Das führt in vielen Fällen dazu, dass sie im Anschluss gemobbt werden“, so Fussek. In einem positiven Heim braucht man keinen Betriebsrat. In einem guten Pflegeheim gibt es für die Mitarbeiter eine psychologische und seelsorgerische Begleitung. Mittlerweile gibt es in Deutschland einen Pflegenotstand, was die Personalgewinnung betrifft. Claus Fussek: „Eine gute Pflegekraft wird mit dem Taxi abgeholt.“ Sehr oft schicken die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die schlechtesten Mitarbeiter zu den Arbeitgebern. „Wer nicht im Tierpark arbeiten will“, so Fussek, „geht ins Altenheim zum Arbeiten. Das ist überhaupt nicht in Ordnung.“

Fussek appellierte am Ende: „Bürger besucht die Heime in Eurer Stadt.“

Foto & Text: Michael Schmatz

Interreligiöser Schöpfungstag in Penzberg

In Penzberg fand heute der dritte interreligiöse Schöpfungstag statt.

Dazu gab es nach den Gottesdiensten um 11:45 Uhr ein interreligiöse Gebet mit den Geistlichen der evangelischen und katholischen Kirche sowie der islamischen Gemeinde.

Um 12:00 Uhr wurde im Barbara-Saal Gemüse- und Kürbissuppe gereicht.

Danach informierten die Schüler der Penzberger Schulen und der Weltladen über gute Schokolade, fair gehandelte T-Shirts, fair gehandelten Orangensaft und Fußbälle.

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Der interreligiöse Schöpfungstag endete am Nachmittag im Pfarrsaal der evangelischen Kirche in Penzberg mit einer Infoveranstaltung zum Thema „faire Kleidung“ und einer über den Kaffee im islamischen Zentrum.

Bilder & Text: Michael Schmatz

Tag des offenen Denkmals in Penzberg: Warten auf ein Signal für den Bahnhof

Der 11. September ist deutschlandweit alljährlich der Tag des Offenen Denkmals. Auch der Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte beteiligte sich in diesem Jahr mit zwei Führungen an diesem Tag. Der Verein stellte den Penzberger Bahnhof und die historische Bausubstanz der Philippstraße, anhand von Fotos und Bauplänen, vor.

Der Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte setzt sich seit April 2001 für den Erhalt des Penzberger Bahnhofs und diesen historischen Straßenzug ein. „Er verkörpert ein Stück Stadtgeschichte“, so der Vorsitzende Alexander Peren, „und zeugt von dem Stolz und Selbstbewusstsein der Bergarbeiter, die unsere Stadt geprägt haben.“

Nach dem Ende des ersten Weltkriegs im Jahre 1918 nahm die Bevölkerung in Penzberg zu. Im Jahr 1919 wurde Penzberg zur Stadt erhoben. Durch den starken Zuzug gab eine Wohnungsnot, die behoben werden musste. Der damalige Stadtrat beschloss unter anderem Wohnungen in der Philippstraße zu bauen. Zwischen 1920 und 1924 wurden in der Philippstraße und Zweigstraße zahlreiche Gebäude errichtet. Der Bau der Wohnungen war in dieser Zeit, wegen der vielen wirtschaftlichen Probleme und der Hochinflation, ein riesengroßer Kraftakt.

Historische Gebäude in der Philippstraße
Historische Gebäude in der Philippstraße

Wie Max Kapfer vom Verein berichtete, wurde der heutige Penzberger Bahnhof am 24. Mai 1924 eröffnet. Es sang zur Eröffnung der Glück-auf-Chor und ca. 100 Penzberger wohnten der Eröffnung bei. Die Bahnstrecke Kochel-Penzberg gab es bereits seit 1898. Bevor das Bahnhofsgebäude errichtet wurde, gab es an dieser Stelle nur eine Holzbaracke. Die Stadt weigerte sich zunächst, den Bahnhof an dieser Stelle zu errichten. Man wollte den neuen Bahnhof an der Stelle errichten, wo damals der alte Güterbahnhof stand. Später hatte man eingesehen, dass das keine gute Idee gewesen war. Bis heute kennt man den Architekten nicht, der den neuen Bahnhof plante. Nur die Firma, die die Bauarbeiten ausführte, ist bekannt. Anders wie der Eröffnung, vor 92 Jahren, können heute, nach Auskunft der Deutschen Bahn, die Betriebsräume nicht besichtigt werden.

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Die Führung begann am Bahnhof.

Der Verein für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bahnhof zu schützen und zu erhalten. Bereits 2004 wollte der Verein, dass der Bahnhof unter Denkmalschutz gestellt wird. Dem Antrag wurde damals nicht stattgegeben, weil am Gebäude bauliche Veränderungen vorgenommen wurden. Als der Bahnhof wieder überplant werden sollte, dass bedeutet für den Verein nichts anders als abgerissen, sammelte im Februar dieses Jahres Unterschriften. Bis heute gab es zwei Besichtigungen. Einmal durch die untere Denkmalschutzbehörde, angesiedelt beim Landratsamt Weilheim-Schongau und das Landesamt für Denkmalschutz. Nichts geht weiter. Nach Auskunft des zuständigen Abteilungsleiters beim Landesamt für Denkmalschutz, so Max Kapfer, liegt noch keine Entscheidung vor. Der zuständige Beamte teilte ihm mit, der Antrag läge noch auf seinem Schreibtisch.

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Robert Vorhoelzer plante das Penzberger Postgebäude.

Die Post in der Philippstraße 28 wurde 1923/1924 fertig gestellt. Geplant wurde das Gebäude von Robert Vorhoelzer, der 1884 in Memmingen geboren wurde. Der deutsche Architekt arbeitete als Baubeamter in der Postbauverwaltung. Später war er Hochschullehrer an der Technischen Hochschule München. Er galt als Vertreter der klassichen Moderne, die in Bayern damals unterrepräsentiert war. Zusammen mit Robert Poeverlein gründete er die Bayerische Postbauschule. Vorhoelzer plante auch mehrere Postgebäude in München, wie beispielsweise das am Harras und das Postamt in der Tegernseer Landstraße. Während des Nationalsozialismus wurde ihm als vorgeblichen „Baubolschewisten“ 1933 der Lehrstuhl entzogen. Er blieb weiter als Architekt tätig. Vorhoelzer verstarb 1954 in München. Kennzeichnend für das Penzberger Postgebäude ist die vereinheitlichte Schalterhalle.

Michael Schmatz

GAPWM Journal ist ein Internetmagazin. Wir berichten aus dem bayerischen Oberland. Vor allem aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.